Axios npm-Paket kompromittiert – Angreifer schleusen Trojaner ein

Am 31. März 2026 wurden zwei Versionen des weit verbreiteten JavaScript-HTTP-Clients Axios (1.14.1 und 0.30.4) mit Schadsoftware verseucht. Ein Angreifer hatte sich Zugang zum npm-Konto des Hauptentwicklers verschafft und darüber gefälschte Paketversionen veröffentlicht, die eine bösartige Abhängigkeit namens „plain-crypto-js" einschleussen. Dieses Paket lädt beim Installieren automatisch einen Fernzugriffs-Trojaner (RAT) auf macOS, Windows und Linux herunter – ohne dass eine einzige Zeile im eigentlichen Axios-Code verändert wurde. Die Spuren wurden anschliessend gezielt verwischt. Mit über 83 Millionen wöchentlichen Downloads ist Axios eines der meistgenutzten Pakete im JavaScript-Ökosystem.

Bin ich betroffen?

Wer Axios 1.14.1 oder 0.30.4 in einem Projekt installiert hat, sollte folgende Dateien prüfen: /Library/Caches/com.apple.act.mond (macOS), %PROGRAMDATA%\wt.exe (Windows) oder /tmp/ld.py (Linux). Existiert eine davon, ist das System als kompromittiert zu betrachten. Auch Projekte, die @shadanai/openclaw oder @qqbrowser/openclaw-qbot@0.0.130 einsetzen, sind betroffen.

Empfehlung

Sofort auf Axios 1.14.0 bzw. 0.30.3 downgraden, plain-crypto-js aus node_modules entfernen und alle Zugangsdaten und Secrets auf dem betroffenen System rotieren. CI/CD-Pipelines sollten auf Läufe mit den betroffenen Versionen geprüft werden. Ausgehende Verbindungen zur Domain sfrclak[.]com sind zu blockieren.

Originalartikel: The Hacker News

Related Posts

Sicherheitswarnung: Drei kritische Schwachstellen in Apache Tomcat

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor drei Sicherheitslücken in Apache Tomcat und Tomcat Native, die es entfernten Angreifern ermöglichen, Sicherheitsmechanismen zu umgehen und sensible Informationen offenzulegen. Das BSI stuft alle drei als kritisch ein – höher als Apache selbst, was auf die weite Verbreitung der Software zurückzuführen sein dürfte.

Read More

Medizintechnik-Konzern Stryker: Iranische Gruppe löscht 200.000 Geräte über Intune

Am 11. März 2026 wurde der US-amerikanische Medizintechnikkonzern Stryker Opfer eines gezielten Cyberangriffs, der erhebliche Störungen in der weltweiten Microsoft-Umgebung des Unternehmens verursachte. Betroffen waren Auftragsverarbeitung, Fertigung und Logistik – in Irland, dem größten Standort außerhalb der USA, wurden Mitarbeitende nach Hause geschickt. Die Hackergruppe Handala beansprucht die Tat für sich und gibt an, über 200.000 Geräte gelöscht und 50 TB Daten gestohlen zu haben.

Read More

Gefälschte Windows-11-Werbung auf Facebook verteilt Passwort- und Krypto-Stealer

Angreifer schalten derzeit bezahlte Facebook-Anzeigen, die täuschend echt nach offiziellen Microsoft-Promotionen aussehen. Wer darauf klickt, landet auf einer nahezu perfekten Kopie der Microsoft-Download-Seite – erkennbar nur an der Adresszeile, die Domains wie ms-25h2-download[.]pro oder ms25h2-update[.]pro zeigt statt microsoft.com. Ein Klick auf „Jetzt herunterladen" liefert keinen Windows-Update, sondern einen 75 MB großen Schädling namens ms-update32.exe, der Passwörter, Browser-Sessions und Krypto-Wallet-Daten stiehlt.

Read More