Datenpanne: Hacktivistin zeigt Massenüberwachung durch die Telekom auf

Lilith Wittmann hat eine Webseite namens festnetz.cool online gestellt, die es ermöglicht, Daten von Festnetz-Anschlüssen der Deutschen Telekom allein anhand der IP-Adresse abzufragen. Mit den ermittelten Daten können die Anschlussinhaber der Telekom im Internet dauerhaft getrackt werden.

Die Webseite nutzt Schnittstellen von staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren, um in Echtzeit Informationen abzurufen. Die Deutsche Telekom hat festnetz.cool im Rahmen eines Buyouts übernommen. Im Hintergrund gab es aber bereits eine Telekom Ausgründung, die die dahinter liegende Technologie nutzt, um personalisierte Werbung zu versenden. Die Firma Utiq nutzt das Wissen der Telekommunikationsanbieter darüber, wem welcher Internetanschluss gehört, um Websites und Online-Werbung zu personalisieren. Dies soll laut Utiq als europäische, datenschutzfreundliche Alternative in der AdTech-Branche dienen. Der Verein D64 kritisiert jedoch, dass dies zu einem neuen Überwachungsmonopol führen könnte, das auch von Kriminellen und Geheimdiensten missbraucht werden kann. Gegeben der umfassenden Trackingmöglichkeiten, die das festnetz.cool Tool aufzeigte, ist davon auszugehen, dass ein solcher Dienst kaum DSGVO konform zu betreiben ist und sehr einfach als Werkzeug zur Massenüberwachung eingesetzt werden kann.

Nach Angaben von Utiq ist der Dienst bereits auf 64 deutschen Websites eingebunden, darunter große Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung. Nutzerwerden über ihre Mobilfunk-IDs identifiziert und können auf verschiedenen Websites wiedererkannt werden, was eine personalisierte Werbung ermöglicht.

Eine Möglichkeit den Utiq Tracking Dienst Ihrer Festnetz Nummer zu deaktivieren finden Sie unter: https://www.kuketz-blog.de/datenschutz-utiq-tracking-in-drei-schritten-deaktivieren-verhindern/ beschrieben.

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