Sicherheitslücke in ldns ermöglicht DNS-Spoofing auf Linux-Systemen
In der DNS-Bibliothek ldns wurde eine Schwachstelle (CVE-2026-10846) entdeckt, die es Angreifern ermöglicht, ohne Authentifizierung gefälschte DNS-Informationen einzuschleusen. Betroffen sind unter anderem Ubuntu 22.04 LTS und SLES 15.
Risikobewertung: Die Schwachstelle wird als mittleres Risiko eingestuft. Der CVSS-Score liegt bei 7.5, was auf ein erhebliches Schadenspotenzial hinweist. Angreifer können den Angriff remote und ohne vorherige Anmeldung durchführen. Die Ausnutzungswahrscheinlichkeit ist aktuell gering (EPSS 0,2 %), dennoch ist das Angriffspotenzial für Unternehmen mit DNS-abhängigen Diensten real. Ein Eintrag in der CISA-Liste bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) liegt nicht vor.
Was ist zu tun?
- Sicherheitsupdates für ldns auf betroffenen Systemen (Ubuntu 22.04 LTS, SLES 15 SP7) zeitnah einspielen – empfohlener Zeitrahmen: innerhalb von 30 Tagen.
- Prüfen, welche Anwendungen im eigenen Betrieb die ldns-Bibliothek direkt nutzen, etwa DNS-Resolver oder Dienste mit DNSSEC-Validierung.
- Nach dem Update die Funktionsfähigkeit betroffener DNS-Dienste verifizieren.
Hintergrund: ldns ist eine weit verbreitete C-Bibliothek zur Verarbeitung von DNS-Daten und wird häufig in Entwicklungsumgebungen sowie auf Servern eingesetzt. DNS-Spoofing-Angriffe können dazu führen, dass Systeme auf gefälschte Server umgeleitet werden, was Datenverlust oder unbefugten Zugriff begünstigt.
Quelle: DFN-CERT Advisory 2026-2608 · Risikostufe: MITTEL · Generiert am 20.06.2026