OpenSSH-Schwachstellen: Privilegieneskalation auf Linux-Systemen möglich
In OpenBSD OpenSSH wurden mehrere Sicherheitslücken bekannt, die unter bestimmten Bedingungen eine Eskalation von Benutzerrechten ermöglichen. Betroffen sind Linux-basierte Systeme, insbesondere Server mit älteren SUSE-Linux-Versionen (SLES 12 SP5).
Risikobewertung: Die Risikostufe wird als mittel eingestuft. Die kritischste Lücke (CVE-2026-35385, CVSS 7.5) erlaubt zwar eine Privilegieneskalation über das Netzwerk, setzt jedoch eine hohe Angriffskomplexität sowie eine Benutzerinteraktion voraus. Die Wahrscheinlichkeit einer aktiven Ausnutzung ist derzeit gering (EPSS 0,3 %). Unternehmen, die ausschließlich SLES 15 betreiben, sind von diesem spezifischen Advisory nicht direkt betroffen.
Was ist zu tun?
- SLES 12 SP5 prüfen: Stellen Sie fest, ob noch Systeme mit SLES 12 SP5 im Einsatz sind. Diese Version sollte dringend auf SLES 15 migriert werden, da sie sich dem End-of-Life nähert.
- SSH-Zugang absichern: Beschränken Sie den SSH-Zugriff auf bekannte und vertrauenswürdige IP-Adressbereiche, etwa über Firewall-Regeln oder TCP-Wrapper.
- Passwort-Authentifizierung deaktivieren: Erlauben Sie ausschließlich schlüsselbasierte Authentifizierung (Public-Key). Dies reduziert die Angriffsfläche erheblich.
- Separate Advisories beachten: Für SLES 15 können eigene OpenSSH-Sicherheitsmeldungen relevant sein – diese sollten regelmäßig geprüft werden.
OpenSSH ist auf nahezu allen Linux-Servern für den administrativen Fernzugriff zuständig und gilt als kritische Infrastrukturkomponente. Patches sollten innerhalb von 30 Tagen eingespielt werden.
Quelle: DFN-CERT Advisory 2026-2619 · Risikostufe: MITTEL · Generiert am 18.06.2026