Kritische Lücken in strongSwan: VPN-Software ermöglicht Remote-Angriffe

In der VPN-Software strongSwan wurden acht Sicherheitslücken entdeckt, die es Angreifern ermöglichen, ohne Authentifizierung beliebigen Programmcode aus der Ferne auszuführen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Betroffen sind Linux-Server-Umgebungen, darunter SUSE Linux Enterprise Server (SLES) 15.

Risikobewertung: Die Risikostufe wird als hoch eingestuft. strongSwan ist ein weit verbreitetes VPN-Framework, das häufig als zentraler Zugangspunkt in Unternehmensnetzwerken eingesetzt wird. Die Kombination aus unauthentifizierter Remote-Code-Ausführung (RCE) und der exponierten Rolle von VPN-Gateways macht diese Schwachstellen besonders gefährlich. Unternehmen, die zusätzlich Cisco ASA oder FortiGate betreiben, sollten die Angriffsfläche ihrer gesamten VPN-Infrastruktur im Blick behalten.

Was ist zu tun?

  • Updates für SLES 15 SP5 sind verfügbar und sollten innerhalb von 7 Tagen eingespielt werden.
  • Prüfen Sie, ob strongSwan aktiv als VPN-Lösung im Einsatz ist – auch als Hintergrunddienst.
  • Schränken Sie den Zugang zum VPN-Gateway vorübergehend auf bekannte, vertrauenswürdige IP-Adressen ein, bis das Update eingespielt ist.
  • Überprüfen Sie Protokolldateien auf ungewöhnliche Verbindungsversuche von unbekannten Quellen.

Hintergrund: strongSwan ist eine Open-Source-Implementierung des IPsec-Protokolls und wird auf Linux-Systemen häufig für Site-to-Site- und Remote-Access-VPNs genutzt. Die betroffenen CVEs umfassen die Kennungen CVE-2026-35328 bis CVE-2026-35334 sowie CVE-2026-47895.


Quelle: DFN-CERT Advisory 2026-2622 · Risikostufe: HOCH · Generiert am 20.06.2026

Related Posts

Sicherheitslücken in Vim: Updates für Linux-Systeme empfohlen

Im Texteditor Vim wurden fünf Sicherheitslücken entdeckt, die unter anderem die Ausführung beliebigen Programmcodes ermöglichen. Betroffen sind Linux-Distributionen wie Ubuntu 22.04/24.04 und Debian 12/13, auf denen Vim standardmäßig installiert ist.

Read More

Sicherheitslücke in ldns ermöglicht DNS-Spoofing auf Linux-Systemen

In der DNS-Bibliothek ldns wurde eine Schwachstelle (CVE-2026-10846) entdeckt, die es Angreifern ermöglicht, ohne Authentifizierung gefälschte DNS-Informationen einzuschleusen. Betroffen sind unter anderem Ubuntu 22.04 LTS und SLES 15.

Read More

Sicherheitslücken in curl und libcurl: Updates für Linux und Container

In der weit verbreiteten Netzwerkbibliothek curl und libcurl wurden mehrere Schwachstellen bekannt, die das Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen sowie das Ausspähen von Informationen ermöglichen. Betroffen sind Linux-Systeme sowie Container-Umgebungen wie Docker und Podman.

Read More