Linux-Kernel: Kritische Schwachstellen ermöglichen Remote-Code-Ausführung

Im Linux-Kernel wurden mehrere Sicherheitslücken entdeckt, die unter anderem die Ausführung beliebigen Programmcodes aus der Ferne ermöglichen. Betroffen sind Linux-basierte Server- und Netzwerksysteme, insbesondere SLES 15 und Ubuntu-Installationen.

Risikobewertung: Die Risikostufe wird als hoch eingestuft. Zwei Schwachstellen stechen besonders hervor: CVE-2026-43037 (CVSS 9.8) und CVE-2026-46043 (CVSS 9.1) sind beide ohne vorherige Authentifizierung aus dem Netzwerk ausnutzbar. Erstere erlaubt die Ausführung von Schadcode, letztere die unberechtigte Offenlegung sensibler Informationen. Zusätzlich erhöhen mehrere lokale Privilege-Escalation-Lücken mit CVSS-Werten zwischen 7.8 und 8.8 das Gesamtrisiko auf produktiven Systemen erheblich. Aktuell sind keine aktiven Angriffe bekannt (kein KEV-Eintrag), jedoch liegen die EPSS-Werte der kritischsten CVEs im oberen Bereich.

Was ist zu tun?

  • Kernel-Updates auf allen betroffenen SLES 15- und Ubuntu-Systemen innerhalb von 7 Tagen einspielen.
  • Exponierte Server (mit direktem Internetzugang) haben höchste Priorität.
  • Wo möglich, Live-Patching einsetzen, um Systemausfälle durch Neustarts zu vermeiden.
  • Nach dem Update prüfen, ob alle Kernel-Versionen korrekt aktualisiert wurden und keine veralteten Instanzen aktiv sind.

Der Linux-Kernel ist das Herzstück aller Linux-basierten Betriebssysteme und steuert die Kommunikation zwischen Hardware und Software. Schwachstellen auf dieser Ebene können weitreichende Folgen für die gesamte Systemsicherheit haben.


Quelle: DFN-CERT Advisory 2026-2757 · Risikostufe: HOCH · Generiert am 20.06.2026

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