Doctolib nutzt künftig Gesundheitsdaten zum KI-Training

Die Patientenplattform Doctolib, über die Millionen Arzttermine buchen, erweitert ihre Datenverarbeitung: Ab sofort sollen anonymisierte Gesundheitsdaten – etwa aus Video-Sprechstunden – intensiv für den Aufbau von KI-Modellen genutzt werden, so berichtet der WDR. Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Sprechstunden-Assistenten, der Diagnosen, Medikationspläne und Behandlungsverläufe automatisiert in Arztbriefe überträgt und personalisierte Dienste ermöglicht.

In den neuen Datenschutzhinweisen, die am 22. Februar in Kraft traten, wird den Nutzenden die Möglichkeit eingeräumt, aktiv in die Datennutzung einzuwilligen oder diese abzulehnen. Wer nicht möchte, dass seine sensiblen Daten für KI-Anwendungen verwendet werden, kann dies in den Einstellungen der Doctolib-App unter “Meine Präferenzen” widersprechen.

Aus Datenschutzgründen ist es jedoch anzuraten, möglichst wenige Gesundheitsdaten an Plattformen wie Doctolib preiszugeben und alternative Angebote zu prüfen, um eine umfassende Profilerstellung zu vermeiden.

Related Posts

Google's reCAPTCHA: Datenkrake ohne ernstzunehmenden Bot-Schutz

Eine aktueller Bericht auf TechSpot wirft ein Schlaglicht auf Googles reCAPTCHA v3, das sich als ineffektiv im Bot-Schutz und gleichzeitig als massiver Datenschutzrisiko entpuppt. Der einfache Checkbox-Test (“Ich bin kein Roboter”) überzeugt nicht – Bots bestehen ihn mühelos, wie der YouTuber “Chuppl” demonstrierte, der einen Bot entwickelte, der den Test in einem Versuch absolvierte.

Read More

National Public Data meldet nach Datenleck Insolvenz an

Das in Florida ansässige Unternehmen National Public Data, spezialisiert auf Hintergrundüberprüfungen, hat am 15. Oktober 2024 Insolvenz angemeldet. Grund dafür ist ein massives Datenleck, bei dem etwa 270 Millionen Sozialversicherungsnummern sowie weitere persönliche Daten gestohlen wurden. Die Hackergruppe USDoD bot die gestohlenen Daten im Darknet zum Verkauf an. Das Unternehmen sieht sich nun mit zahlreichen Klagen und regulatorischen Herausforderungen konfrontiert, während die finanziellen Mittel für Entschädigungen oder Schadensregulierungen äußerst begrenzt sind. Betroffensind Namen, Geburtsdaten, Adressen und Sozialversicherungsnummern.

Read More

Neue Pseudonymisierungsleitlinien der EDSA schaffen Klarheit für medizinische Studien

Die am 16.01.2025 veröffentlichten Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA) zur Pseudonymisierung erwähnen spezifisch die Anwendung der Pseudonymisierung in sensiblen Bereichen wie Patientendaten und Forschung, da hier besondere Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten gelten. Dabei gehen die Leitlinien speziell auf folgende Punkte ein:

Read More