MongoBleed: Kritische MongoDB-Schwachstelle wird aktiv ausgenutzt

Mit CVE-2025-14847 ist Ende Dezember 2025 eine schwerwiegende Sicherheitslücke in MongoDB bekannt geworden, die unter dem Namen MongoBleed geführt wird. Die Schwachstelle erlaubt es nicht authentifizierten Angreifern, über manipulierte zlib-komprimierte Anfragen uninitialisierten Heap-Speicher aus MongoDB-Instanzen auszulesen. Laut Akamai kann dieser Speicher sensible Inhalte wie Klartext-Passwörter, API-Keys oder andere Zugangsdaten enthalten.

Die Ursache liegt in der Verarbeitung komprimierter Wire-Protocol-Nachrichten: Ein Angreifer kann das Feld für die unkomprimierte Größe fälschen, wodurch MongoDB zu große Speicherbereiche reserviert und ungeprüfte Daten preisgibt. Fehlerhafte BSON-Nachrichten verstärken den Effekt zusätzlich, da die Server-Antwort den Speicherinhalt teilweise zurückliefert. Der CVSSv4-Score liegt bei 8,7.

Am 29. Dezember 2025 nahm die US-Behörde CISA die Lücke in ihren Known Exploited Vulnerabilities Catalog auf und bestätigte damit aktive Angriffe. Zeitgleich zeigen Akamai-Telemetriedaten, dass MongoDB-Kommunikation in rund 62 Prozent der Unternehmensnetze vorkommt. Suchmaschinen wie Shodan und Censys listen zusammen mehrere hunderttausend öffentlich erreichbare MongoDB-Instanzen. Ein Proof of Concept wurde bereits veröffentlicht.

Betroffen sind unter anderem MongoDB-Versionen 4.4 bis 8.2 in zahlreichen Unterversionen. Patches stehen seit Version 8.2.3, 8.0.17, 7.0.28, 6.0.27, 5.0.32 und 4.4.30 bereit. Zusätzlich empfiehlt Akamai, den Netzwerkzugang zu MongoDB strikt zu beschränken oder vorübergehend komprimierte Anfragen zu deaktivieren, falls ein sofortiges Update nicht möglich ist.

Related Posts

Let’s Encrypt kürzt Zertifikatslaufzeit auf 45 Tage

Let’s Encrypt stellt seine TLS-Zertifikate künftig deutlich kürzer aus: Statt 90 Tagen gelten sie perspektivisch nur noch 45 Tage. Hintergrund ist eine Entscheidung des CA/Browser-Forums, die maximale Laufzeiten in der Web-PKI verbindlich reduziert.

Read More

KI-Browser gefährden das offene Web – Tim Berners-Lee warnt vor tektonischem Umbruch

Web-Erfinder Tim Berners-Lee warnt in einem Podcastinterview vor KI-gestützten Browsern, die das Fundament des offenen Internets erschüttern könnten. Systeme wie OpenAIs Atlas, Perplexitys Comet oder die neuen KI-Features in Chrome und Edge liefern Informationen zunehmend direkt – ohne dass Nutzer überhaupt noch Webseiten aufrufen müssen. Für Berners-Lee steht damit das Geschäftsmodell vieler Webangebote und die grundlegende Verlinkungsstruktur des Webs auf dem Spiel.

Read More

Fortinet: Kritische LĂĽcke erlaubt SSO-Bypass via manipuliertem SAML

Fortinet warnt vor einer kritischen Schwachstelle (CVE-2025-59718, CVSS 9.1) in mehreren Produkten, darunter FortiOS, FortiWeb, FortiProxy und FortiSwitchManager. Durch eine fehlerhafte Prüfung kryptografischer Signaturen können Angreifer über manipulierte SAML-Nachrichten die FortiCloud-SSO-Authentifizierung umgehen – sofern die Funktion aktiviert ist.

Read More