Privilege-Escalation Sicherheitslücke in GNU/Linux guix-daemon gefunden

Am 21. Oktober 2024 wurde eine Sicherheitslücke im guix-daemon veröffentlicht, die es einem lokalen Benutzer ermöglicht, die Privilegien eines beliebigen Build-Benutzers zu übernehmen und den Ausgabeprozess von Builds zu manipulieren. Guix ist eine Paketverwaltungssoftware für GNU/Linux Systeme. Dieser Exploit betrifft vor allem Multi-User-Systeme, die dedizierte Benutzer für Build-Dienste verwenden, und erlaubt Angreifern, binäre Dateien mit erhöhten Rechten (setuid/setgid) nach einem fehlgeschlagenen Build zu erstellen. Ein erfolgreicher Angreifer könnte dadurch Systemdateien überschreiben oder kompromittierte Ausgaben erzeugen.

Die Schwachstelle liegt darin, dass guix-daemon fehlgeschlagene Builds ungesichert in das reale Systemverzeichnis verschiebt. Dies geschieht ohne Anpassung von Dateiberechtigungen, was es Angreifern ermöglicht, schädliche Dateien auszuführen. Eine zusätzliche Schwachstelle wurde in erfolgreichen Builds entdeckt, bei denen ebenfalls ein kurzes Zeitfenster existiert, in dem ausführbare Dateien mit setuid/setgid-Berechtigungen ausgeführt werden können, bevor deren Rechte und Eigentümerschaft korrekt gesetzt werden.

Zur Abhilfe wurde ein Fix implementiert, der die Berechtigungen von Dateien in fehlgeschlagenen und erfolgreichen Builds vor dem Verschieben in das System sichert. Benutzer sollten ihre guix-daemon-Versionen umgehend aktualisieren, um sich gegen diese Bedrohung zu schützen. Eine Anleitung zur Aktualisierung sowie ein Test-Skript zur Überprüfung der Verwundbarkeit sind verfügbar.

Für Multi-User-Systeme wird empfohlen, den Zugriff auf den Daemon-Socket auf vertrauenswürdige Benutzer zu beschränken.

Related Posts

Remote Code Execution durch unsichere Session-Speicher-Konfiguration in Splunk Enterprise (CVE-2024-45733)

Am 14. Oktober 2024 wurde eine kritische Schwachstelle (CVE-2024-45733) in Splunk Enterprise für Windows-Systeme veröffentlicht. Betroffen sind Splunk-Versionen unter 9.2.3 und 9.1.6. Die Schwachstelle ermöglicht einem Benutzer mit niedrigen Berechtigungen, der keine “admin”- oder “power”-Rollen besitzt, Remote Code Execution (RCE) auszuführen. Ursache ist eine unsichere Konfiguration des Session-Speichers in Splunk Web. Der CVSS-Score liegt bei 8.8 (hoch).

Read More

National Public Data meldet nach Datenleck Insolvenz an

Das in Florida ansässige Unternehmen National Public Data, spezialisiert auf Hintergrundüberprüfungen, hat am 15. Oktober 2024 Insolvenz angemeldet. Grund dafür ist ein massives Datenleck, bei dem etwa 270 Millionen Sozialversicherungsnummern sowie weitere persönliche Daten gestohlen wurden. Die Hackergruppe USDoD bot die gestohlenen Daten im Darknet zum Verkauf an. Das Unternehmen sieht sich nun mit zahlreichen Klagen und regulatorischen Herausforderungen konfrontiert, während die finanziellen Mittel für Entschädigungen oder Schadensregulierungen äußerst begrenzt sind. Betroffensind Namen, Geburtsdaten, Adressen und Sozialversicherungsnummern.

Read More

Internet Archive erneut Opfer eines Cyberangriffs – dritter Vorfall im Oktober 2024

Am 20. Oktober 2024 bestätigte das Internet Archive den dritten Cyberangriff dieses Monats. Hacker nutzten nicht erneuerte Zendesk-API-Tokens, um Zugriff auf das System zu erhalten, das Support-Tickets verwaltet. Trotz früherer Warnungen konnte die Organisation die Sicherheitslücke nicht schließen. Sensible Daten, darunter persönliche Identifikationsdokumente von Nutzern, könnten kompromittiert worden sein. Dies ist der dritte Angriff in einer Reihe von Vorfällen, die die Infrastruktur des Archivs erheblich beschädigt haben.

Read More