Schwachstelle im RADIUS-Protokoll erlaubt unauthorisierten Zugriff

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Eine neue Schwachstelle im RADIUS-Protokoll, bekannt als Blast-RADIUS, wurde von Forschern der UC San Diego und ihren Partnern aufgedeckt. Der RADIUS (Remote Authentication Dial-In User Service) ist ein weit verbreitetes Authentifizierungsprotokoll, das seit den frĂŒhen 1990er Jahren in der Netzwerk-Infrastruktur verwendet wird. Trotz seines Alters bleibt RADIUS das Standardprotokoll fĂŒr die Authentifizierung und wird von nahezu jedem Switch, Router, Access Point und VPN-Konzentrator der letzten zwanzig Jahre unterstĂŒtzt.

Im RADIUS-Protokoll fungiert ein Network Access Server (NAS) als Client, der die Anmeldeinformationen eines Endbenutzers ĂŒberprĂŒft, indem er RADIUS-Anfragen an einen zentralen Server sendet. Diese Anfragen enthalten einen sogenannten Request Authenticator, einen zufĂ€lligen Wert, der die IntegritĂ€t der Anfrage gewĂ€hrleistet. Die Antwort des Servers enthĂ€lt einen Response Authenticator, der die IntegritĂ€t der Antwort sicherstellen soll.

Die Blast-RADIUS-Attacke nutzt eine SchwĂ€che in der Berechnung des Response Authenticators aus, der auf dem MD5-Hashing-Algorithmus basiert. Der Angriff ermöglicht es einem Angreifer, der sich zwischen dem RADIUS-Client und dem Server befindet, eine gĂŒltige Access-Accept-Antwort zu fĂ€lschen, obwohl die Authentifizierung tatsĂ€chlich fehlgeschlagen ist. Dies geschieht durch die Injektion eines bösartigen Proxy-State-Attributs in eine gĂŒltige Client-Anfrage. Das Attribut wird vom Server in der Antwort zurĂŒckgegeben, wodurch der Angreifer eine MD5-Kollision erzeugen kann, die es ihm ermöglicht, die Antwort zu manipulieren.

Angriffsablauf

  1. Der Angreifer sendet den Benutzernamen eines privilegierten Benutzers zusammen mit einem falschen Passwort.
  2. Der NAS generiert eine RADIUS Access-Request, die den zufÀlligen Request Authenticator enthÀlt.
  3. Der Angreifer fÀngt diese Anfrage ab und sagt das Format der Serverantwort voraus.
  4. Er berechnet eine MD5-Kollision zwischen der vorhergesagten Access-Reject-Antwort und einer Access-Accept-Antwort.
  5. Das Proxy-State-Attribut wird modifiziert und in die ursprĂŒngliche Anfrage eingefĂŒgt.
  6. Der Server verarbeitet die modifizierte Anfrage, lehnt sie ab und sendet die Access-Reject-Antwort zurĂŒck, die das Proxy-State-Attribut enthĂ€lt.
  7. Der Angreifer ersetzt die Antwort durch eine gefĂ€lschte Access-Accept-Antwort und sendet sie an den NAS, der die Antwort als gĂŒltig akzeptiert und dem Angreifer Zugang gewĂ€hrt.

Die Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, die Authentifizierung zu umgehen und unautorisierten Zugang zu NetzwerkgerÀten und -diensten zu erlangen, ohne das Passwort oder das Shared Secret zu kennen. Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, insbesondere in Netzwerken, die stark auf RADIUS basieren.

Um die Risiken zu mindern, sollten Hersteller von RADIUS-kompatiblen GerĂ€ten und Software die Nutzung von MD5 in Authentifizierungsprozessen vermeiden und auf sicherere Alternativen wie TLS oder DTLS umstellen. Netzwerkbetreiber sollten ihre Systeme entsprechend aktualisieren und sicherstellen, dass zusĂ€tzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) implementiert werden.

Weitere Informationen und detaillierte technische ErlÀuterungen zum Blast-RADIUS-Angriff finden sich in folgendem Blogbeitrag .

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