Sicherheitslücke in PHP: bypass_shell - Bypass

Am 9. Juni 2024 wurde eine gravierende Sicherheitslücke in PHP bekannt, die die Umgehung der bypass_shell-Option ermöglicht. Diese Schwachstelle, katalogisiert unter CVE-2024-1874, betrifft PHP-Versionen bis 8.3.6, 8.1.28, 8.2.19 und hat die Sicherheitsstufe „hoch“ mit einem CVSS-Wert von 7,7.

Die Schwachstelle wird durch eine unsachgemäße Handhabung von Kommandozeilenargumenten in Windows-Systemen verursacht. Angreifer können speziell präparierte Argumente nutzen, um beliebige Befehle auszuführen, selbst wenn die bypass_shell-Option aktiviert ist. Diese Sicherheitslücke kann durch das Hinzufügen eines Leerzeichens am Ende des Dateinamens ausgenutzt werden.

Ein Proof of Concept (PoC) verdeutlicht die Gefährdung: Eine .bat-Datei mit einem harmlosen Befehl wie echo hello wird zusammen mit einem PHP-Skript verwendet. Das PHP-Skript, welches den Dateinamen mit einem angehängten Leerzeichen verarbeitet, führt unbeabsichtigt zusätzliche Befehle aus, wie das Öffnen von Notepad. Dies verdeutlicht, wie leicht externe Anwendungen über diese Lücke gestartet werden können.

Um die Lücke auszunutzen, reicht es aus, eine Datei mit einem Leerzeichen am Ende des Namens als Argument zu übergeben. Das folgende PHP-Skript illustriert dies:

<?php
$descriptorspec = [STDIN, STDOUT, STDOUT];
$proc = proc_open(["test.bat ", "\"&notepad.exe"], $descriptorspec, $pipes, null, null, array("bypass_shell" => true));
proc_close($proc);
?>

Durch das Ausführen dieses Skripts öffnet sich trotz der bypass_shell-Einstellung unerwartet Notepad, was zeigt, dass die bypass_shell-Option umgangen werden kann.

Anwender und Administratoren sollten umgehend ihre PHP-Installationen auf eine der genannten gepatchten Versionen aktualisieren. Des Weiteren wird empfohlen, die Nutzung von Kommandozeilenargumenten in sensiblen Anwendungen sorgfältig zu überprüfen und gegebenenfalls zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um ähnliche Probleme zu verhindern.

Related Posts

Cisco Webex Rechenzentrum in Frankfurt - Sicherheitslücke verursachte Regierungs-Datenleck

Im Frühjahr 2024 berichtete das deutsche Nachrichtenportal Zeit Online über Angriffe auf die Webex-Implementierung der deutschen Regierung. Hierbei nutzten Bedrohungsakteure eine Schwachstelle, die als Insecure Direct Object Reference (IDOR) identifiziert wurde, um Zugriff auf interne Meetings zu erhalten. Besondere Brisanz erlangte der Vorfall durch den Zugang zu einem militärischen Meeting, bei dem die Unterstützung für die Ukraine erörtert wurde. Die Sicherheitslücke in Cisco Webex Meetings betraf insbesondere Kunden, deren Daten im Frankfurter Rechenzentrum CISCO Cloud Rechenzentrum gehostet wurden. Die Angreifer konnten so sensible Meeting-Informationen wie Themen, Teilnehmerlisten und Metadaten ausspähen. Besonders kritisch war, dass einige Meetingräume hochrangiger Regierungsbeamter nicht durch Passwörter geschützt waren, was die Angriffe zusätzlich erleichterte.

Read More

Sicherheitslücke im Johnson Controls iStar Pro Door Zugriffskontrollsystem entdeckt

Am 6. Juni 2024 hat die Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) eine kritische Sicherheitswarnung für den iStar Pro Door Controller von Johnson Controls veröffentlicht. Unter der Meldung ICSA-24-158-04 wird eine gravierende Schwachstelle dokumentiert, die erhebliche Risiken für den sicheren Betrieb von Zutrittskontrollsystemen darstellt. In diesem Artikel werden die Details dieser Schwachstelle und die empfohlenen Maßnahmen zur Risikominderung erläutert.

Read More

Kritische Schwachstellen im Netgear WNR614 Router

Eine Sicherheitsanalyse von RedFox Security hat mehrere Schwachstellen im Netgear WNR614 Router aufgedeckt. Der Netgear WNR614 Router, bekannt für seine zuverlässige Leistung und benutzerfreundliche Bedienoberfläche, zeigt Sicherheitslücken, die das Umgehen von Sicherheitsprotokollen und unbefugten Zugriff auf sensible Daten ermöglichen. Zudem hat das Modell WNR614 N300 2021 seinen End-of-Service (EOS) erreicht. Folgende Schwachstellen wurden gefunden.

Read More