Wget-Schwachstelle führt zu unsicheren Authentifikations Handling

Das BSI warnt vor einer kürzlich entdeckte Schwachstelle (CVE-2024-38428) in Wget, die es remote anonymen Angreifern ermöglicht die Ausnutzung eines Fehlers im URL-Parsing, um potenziell schädliche Angriffe durchzuführen. Die Schwachstelle betrifft Wget-Versionen bis einschließlich 1.24.5 und hat einen CVSS-Basis-Score von 6,3 (mittel). Die Sicherheitslücke wurde am 17. Juni 2024 bekanntgegeben und am 19. Juni 2024 durch ein Update behoben.

Wget, ein beliebtes Kommandozeilenprogramm zum Herunterladen von Dateien, basierte bisher auf dem veralteten RFC 2396-Standard von 1998 zur Verarbeitung von URLs. Trotz der veralteten Standards war die Implementierung der Benutzerinformationskomponente fehlerhaft. Konkret konnte Wget Semikolons in der Benutzerinformationskomponente einer URL nicht korrekt interpretieren, was zu Sicherheitsrisiken führte. Diese Fehler im Parsing könnten Angreifer ausnutzen, um Missinterpretationen der URL zu erzwingen, was unter anderem zu falschen DNS-Anfragen, möglichen Phishing-Angriffen und der unabsichtlichen Offenlegung sensibler Daten führen könnte.

In einem E-Mail-Austausch wurde betont, dass die aktuelle Implementierung von Wget 1.x nicht mit dem URI-Standard RFC 3986 konform ist, der Semikolons in der Benutzerinformationskomponente erlaubt. Die fehlerhafte Verarbeitung führte zu einer unsicheren Handhabung von Anmeldedaten und der Möglichkeit für Angreifer, Phishing- und Spoofing-Angriffe durchzuführen oder Man-in-the-Middle-Angriffe zu erleichtern.

Tim Rühsen, einer der Entwickler, bestätigte am 19. Juni 2024, dass ein Fix implementiert wurde (Commit ed0c7c7e0e8f7298352646b2fd6e06a11e242ace), um die Parsing-Logik zu korrigieren. Der Fix basiert weiterhin auf dem RFC 2396-Standard, wurde jedoch angepasst, um die Benutzerinformationskomponente korrekt zu interpretieren. Da Wget 1.x auf diesem veralteten Standard basiert, wird es keine vollständige Umstellung auf modernere Standards geben. Nutzer sollten prüfen, ob sie auf die neuere Version Wget2 umsteigen können, die bereits von Fedora 40 verwendet wird und eine robustere Implementierung bietet.

Es wird dringend empfohlen, Wget auf die neueste Version zu aktualisieren, um die Sicherheitslücke zu schließen. Details zum Update und den Fix finden sich auf der GitHub Advisory Database sowie in der GNU-Mailingliste.

Related Posts

Kritische Sicherheitslücken in VMware vCenter Server

Am 18. Juni 2024 hat VMware / Broadcom eine kritische Sicherheitswarnung für den vCenter Server veröffentlicht, um mehrere Schwachstellen zu beheben. Diese Sicherheitslücken betreffen sowohl den vCenter Server als auch VMware Cloud Foundation und werden unter den CVE-Kennungen CVE-2024-37079, CVE-2024-37080 und CVE-2024-37081 geführt. Die Sicherheitslücken haben eine CVSSv3-Bewertung im Bereich von 7.8 bis 9.8, was sie als äußerst kritisch einstuft.

Read More

Sicherheitslücke in Nextcloud ermöglicht Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung

Am 14. Juni 2024 wurde eine Sicherheitslücke in Nextcloud-Servern bekannt (CVE-2024-37313), die es unter bestimmten Umständen erlaubt, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen, nachdem die Benutzeranmeldedaten korrekt eingegeben wurden. Betroffen sind Nextcloud-Server-Versionen ab 26.0.0 sowie Nextcloud Enterprise Server ab 21.0.0. Durch diese Schwachstelle können Angreifer möglicherweise auf Systeme zugreifen, ohne die zweite Authentifizierungsebene passieren zu müssen.

Read More

DISGOMOJI nutzt Discord Emojies zur Kommunikation mit C2 Server

Volexity hat im Juni 2024 eine gezielte Cyber-Espionage-Kampagne aufgedeckt, die von einer mutmaßlich in Pakistan ansässigen Thread Actor Gruppe, bekannt als UTA0137, durchgeführt wird. Diese Gruppe nutzt die speziell entwickelte Linux-Malware DISGOMOJI, um indische Regierungssysteme anzugreifen. DISGOMOJI ist in Golang geschrieben und basiert auf dem Open-Source-Projekt discord-c2, welches den Messaging-Dienst Discord für Command-and-Control (C2) Zwecke nutzt.

Read More