Microsoft hat eine Schwachstelle in Windows Remote Assistance behoben, die es Angreifern ermöglicht, die Mark-of-the-Web-(MOTW)-Schutzmechanismen zu umgehen. Die unter CVE-2026-20824 geführte Lücke wird als Fehler in einem Schutzmechanismus eingestuft und besitzt einen CVSS-Score von 5,5.
Die Schwachstelle erlaubt es, heruntergeladene Dateien so zu verarbeiten, dass sie nicht mehr als aus dem Internet stammend gekennzeichnet werden. Damit entfallen zentrale Sicherheitsfunktionen wie Warnhinweise, eingeschränkte Ausführungsregeln oder zusätzliche Prüfungen durch Sicherheitslösungen. In der Praxis kann dies die Ausführung schädlicher Dateien erleichtern und die Wirksamkeit mehrstufiger Verteidigungsmechanismen deutlich reduzieren.
Für eine Ausnutzung ist lokale Ausführung mit Benutzerinteraktion erforderlich, typischerweise über Social-Engineering-Angriffe wie Phishing-E-Mails oder manipulierte Downloads. Eine automatische, massenhafte Ausnutzung gilt zwar als unwahrscheinlich, dennoch ist die Schwachstelle insbesondere in realistischen Angriffsketten relevant, da sie frühe Schutzmechanismen gezielt aushebelt.
Microsoft hat entsprechende Patches veröffentlicht und empfiehlt, betroffene Windows-Systeme zeitnah zu aktualisieren. Zusätzlich wird angeraten, Windows Remote Assistance nur bei Bedarf zu aktivieren und Datei- sowie E-Mail-basierte Schutzmaßnahmen konsequent zu härten.




