Lörrach Datenleck - Flurstücke und Eigentümer öffentlich im Netz

Das Datenleck im Landkreis Lörrach betraf umfangreiche personenbezogene Daten, die monatelang ungeschützt im Internet einsehbar waren. Laut SWR-Recherchen waren insgesamt etwa 56.000 Privatpersonen und fast 1.000 Unternehmen betroffen. Die Daten enthielten Informationen über Grundbesitz, einschließlich der geografischen Lage und Größe von Flurstücken sowie in den meisten Fällen den vollen Namen und das Geburtsdatum der Eigentümer. Diese Datenpanne wurde erst nach Hinweisen aus der Bevölkerung und der Intervention des Landesdatenschutzbeauftragten behoben. Die betroffenen Personen und Unternehmen wurden zunächst nicht direkt informiert, da das Ausmaß des Lecks den Behörden nicht sofort bewusst war​​.

Ein weiteres Datenleck betraf das Meldeportal für Starkregen- und Erosionsereignisse, wobei etwa 15 E-Mail-Adressen und zum Teil Adressen von Wohnhäusern veröffentlicht wurden. Diese Informationen könnten potenziell für betrügerische Aktivitäten missbraucht werden​​.

Experten raten den Betroffenen, besondere Vorsicht walten zu lassen und gegebenenfalls Passwörter zu ändern, insbesondere wenn persönliche Informationen wie Geburtsdaten als Passwörter verwendet wurden. Darüber hinaus empfehlen sie, wachsam gegenüber Phishing-Versuchen zu sein​​.

Nach DSGVO Artikel 82 besteht ebenfalls ein Anspruch auf Schadensersatz, sollte sich beweisen lassen, dass in Folge des Lecks ein immaterieller oder materieller Schaden entstanden ist. Da die Daten aus Diensten der öffentlichen Verwaltung geleaked wurden, trifft die Bußgeld Regelung aus Artikel 83 DSGVO hier nicht zu, da laut BDSG §43 in öffentliche Stellen Deutschland anders als in anderen Ländern keine Bußgelder zu fürchten haben.

Related Posts

Häufige Datenschutzverletzungen

Datenschutzverletzungen können in jeder Form und Größe auftreten. Sie betreffen Unternehmen aller Branchen und können gravierende Folgen haben. Um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie solche Verletzungen aussehen und wie sie vermieden oder abgewehrt werden können, betrachten wir einige der häufigsten Vorfälle als Fallstudien.

Read More

Datenleck bei Hypercharger Ladestationen durch unsichere Passwörter

Experten stießen auf ein gravierendes Sicherheitsleck bei den von Alpitronic hergestellten Hypercharger-Ladestationen. Die Geräte wurden mit einem leicht zu erratenden Standardpasswort (“admin” als Benutzername und “admin123” als Passwort) ausgeliefert. Die Bedienungsanleitungen der Ladestationen wiesen zwar auf die Notwendigkeit hin, dieses Passwort zu ändern, doch viele Nutzer versäumten diesen wichtigen Schritt.

Read More

Datenpanne bei ChatGPT: Chatverläufe anderer User einsehbar

ChatGPT hat tatsächlich einige Datenpannen erlebt. In einem Fall speicherte ChatGPT versehentlich die Konversationsverläufe anderer Nutzer in den Gesprächsverläufen eines anderen Nutzers. Dies führte dazu, dass persönliche Daten wie Passwörter und andere sensible Informationen ungewollt veröffentlicht wurden. Die Details dieser Lecks wurden an Ars Technica weitergegeben und enthielten Screenshots, die zeigten, dass ChatGPT Gespräche anderer Endnutzer in seinen Konversationsverlauf einfügte. Zu den durchgesickerten Informationen gehörten Benutzernamen und Passwörter aus einem Support-System sowie weitere persönliche Details.

Read More