Spanische Sicherheitsbehörden haben 34 Verdächtige festgenommen, die Teil eines europaweit aktiven Cybercrime-Netzwerks sein sollen und Verbindungen zur berüchtigten Black-Axe-Gruppierung haben. Die Ermittlungen erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und mit Unterstützung von Europol.
Bei Durchsuchungen in Sevilla, Madrid, Málaga und Barcelona stellten die Ermittler Bargeld in Höhe von 66.400 Euro, elektronische Geräte und Fahrzeuge sicher. Zusätzlich wurden Bankkonten mit einem Gesamtvolumen von rund 119.350 Euro eingefroren. Vier der Hauptverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft.
Nach Angaben der spanischen Nationalpolizei spezialisierte sich die Gruppe auf sogenannte Man-in-the-Middle-Betrugsmaschen, insbesondere Business Email Compromise. Dabei kompromittierten oder imitierten die Täter geschäftliche E-Mail-Konten, um Zahlungsanweisungen zu manipulieren und hohe Geldbeträge auf eigene Konten umzuleiten.
Die mutmaßlichen Drahtzieher sollen nigerianischer Herkunft sein und der Black-Axe-Gang angehören. Über ein Netzwerk aus Geldkurieren und Strohmännern in mehreren europäischen Ländern wurden die illegalen Erlöse verschoben und verschleiert. Der verursachte Schaden wird auf mehr als sechs Millionen US-Dollar geschätzt, wovon rund 3,5 Millionen Dollar direkt dieser Operation zugerechnet werden.
Die Ermittlungen dauern an, weitere Festnahmen gelten als wahrscheinlich. Black Axe gilt seit Jahren als eines der weltweit gefährlichsten kriminellen Netzwerke und ist neben Cyberkriminalität auch in zahlreiche andere schwere Straftaten verwickelt.



