DeepL wechselt auf AWS – Datentransfer in die USA nicht ausgeschlossen

Ab dem 20. Mai 2026 verarbeitet der Kölner Übersetzungsdienst DeepL Kundendaten nicht mehr ausschließlich auf eigenen Servern in Deutschland und Island, sondern auch über Amazon Web Services (AWS) – in Regionen wie der EU, den USA und Japan. Die neuen Nutzungsbedingungen gelten als akzeptiert, wenn du nicht aktiv widersprichst. Wer widerspricht, kann seinen Account bis maximal Ende 2026 auf der alten Infrastruktur weiternutzen, danach endet der Vertrag.

Das eigentliche Problem ist strukturell: Als US-amerikanisches Unternehmen unterliegt Amazon dem CLOUD Act, der US-Behörden den Zugriff auf gespeicherte Daten erlaubt – auch dann, wenn die Server physisch in Europa stehen. Das EU-US Data Privacy Framework, das diese Transfers derzeit legalisiert, steht außerdem vor dem EuGH. Seine beiden Vorgänger, Safe Harbor und Privacy Shield, hat das Gericht bereits kassiert. Ein ähnliches Urteil wäre keine Überraschung.

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